Projekt-Inhalte

Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, auf Basis von wissenschaftlichen Analysen Modelle zu entwickeln, die gleichzeitig für die Ausarbeitung von Tool-Konzepten dienen. Dabei werden die Perspektiven und Inputs der am Transformationsprozess beteiligten Mitgestalter:innen und Partner:innen in allen Phasen berücksichtigt.

Plattform-Ökonomie

Genossenschaftlichkeit

Bedarfe der Mitgestalter:innen

Wir wollen verstehen, wie die Transformation hin zu einem genossenschaftlich-orientierten und partizipativen Ökosystem erfolgreich gelingen kann. Dazu ist es wichtig, aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Anforderungen in einem solchen Transformationsprozess zu blicken. Deshalb haben wir mit insgesamt 17 Mitgestalter*innen Interviews geführt und dabei Antworten auf die Frage „Welche Bedarfe ergeben sich durch den Transformationsprozess?“ gefunden.

Die Bedarfe der Mitgestalter*innen adressieren den Bereich der Information, der Partizipation und der Organisation des Ökosystems.

Bedarfe der Partner

Um zu verstehen, wie Kooperation in Ökosystemen gelingen kann, ist es besonders wichtig, unterschiedliche Perspektiven auf diese Kooperation einzufangen. Eine essenzielle Perspektive stellt dabei die der Partner-Unternehmen da. Folgende Fragen konnten unter anderem aus 10 Partner-Interviews beantworten werden:

1. Welche Chancen und welche Herausforderungen ergeben sich aus der Zusammenarbeit der Partner mit der CAS im Rahmen von innovativen Geschäftsmodellen?

2. Welche Wünsche haben die befragten Partner an das plattformbasierte Ökosystem?

3. Welche Gesichtspunkte sind den Partnern beim Umgang mit Partizipation wichtig?

4. Inwiefern ist aus Partner-Sicht die Genossenschaftlichkeit des Ökosystems von Relevanz?


Organisation

Zweck des Organisationsmodells soll es sein, eine Übersicht der notwendigen Aufgaben im Ökosystem zu schaffen, die es durch den Orchestrator zu koordinieren gilt. Es war dabei weniger das Ziel, ein fertiges und optimales Modell zu designen, sondern einen Rahmen darzubieten, der die Organisation dazu befähigt, die Modellierung selbst vorzunehmen.

Den Ausgangspunkt stellt ein bereits ausgearbeitetes PBE-Modell (SEG-M2 von S. Jansen, 2020) aus der Wirtschaftsinformatik dar. Dieses wurde basierend auf Diskussionen im Experimentierraum adaptiert und mit denjenigen Spezifitäten angereichert, die für das besondere Anliegen des Experimentierraums nötig sind. Dieses Anliegen besteht darin, das Ökosystem nicht allein hierarchisch und zweckfokussiert, sondern vor allem auch partizipativ und reflexiv zu gestalten.

Komponenten des partizipativ-reflexiven Organisationsmodells

Die erste Version (V1) des SGL-Modells entstand:

„Reflexator“ und „Partizipator“ sind Aufgaben, die primär die Anliegen des Experimen-tierraums vertreten.

Reflexator: Anders als in bestehenden Modellierungen wurde beim Vorgehen großer Wert daraufgelegt, das Organisationsmodell vom realen Organisationsleben zu unterscheiden. Dadurch kann genau diese Differenz zum Zwecke der nachhaltigen Organisationsgestaltung durch die „Reflexator“-Funktion im Auge behalten werden.

Partizipator: Anders als in bestehenden PBEs soll nicht eine einzelne, ‚übermächtige‘ Organisation darüber bestimmen, wie sich das Ökosystem zu entwickeln hat. Der Partizipator hat die Funktion inne, dieses Anliegen des Ökosystems sicherzustellen.

Seit Juli 2020 wird die erste Version im Experimentierraum weiterentwickelt. Die Weiterentwicklungen sind durch stärkere Anpassungen an die CAS und SmartWe, der Konkretisierung sowie von graphischen Veränderungen geprägt.

Genossenschaftliche Werte

Partizipationsprozess

Der Partizipator (siehe ModellàOrganisation) ist darüber hinaus Owner einer Reihe von partizipationsrelevanten Prozessen. Herzstück dieser Prozesse ist der sog. Parti-Pro. Dieser Meta-Prozess hat die Funktion, die bestehenden oder aufzubauenden Prozesse im Ökosystem hinsichtlich ihrer ‚Partizipationsfähigkeit‘ zu durchleuchten. Mit diesem Prozess wird also auf die Frage geantwortet: Wie stellen wir sicher, dass die richtigen Prozesse in der richtigen Form partizipativ gestaltet sind?

Kompetenzmanagement

Aus welchen Blickwinkeln betrachten wir das Thema „Kompetenzen“?

Wie wird das Kompetenzmanagement weiterentwickelt?

Zunächst ergibt sich das Konzept für ein Kompetenzmanagement aus mindestens fünf Anforderungssträngen: Aus der Zusammenarbeit mit der CAS Akademie, aus dem oben beschriebenen SGL-Modell, aus Erkenntnissen der Wissenschaft, aus vorangegangen anknüpfbaren Forschungsprojekten und vor allem auch aus den Interviews mit den Mitarbeiter:innen und weiteren Akteuren.

Welcher Kompetenzbedarf ergibt sich aus dem Input „Interviews“?

Zum Zeitpunkt der Interviews stand der Transformationsprozess im Vordergrund. Grundsätzlich konnten dazu individuelle und organisationale Kompetenzen ausgewertet werden. Letztere beziehen sich auf die Fähigkeiten der Organisation (Platform Developement, Business Design, Partizipation …) bestimmte Ziele zu erreichen. Individuelle Kompetenzen hingegen beziehen sich auf die personengebundenen Fähigkeiten (Innovationskompetenz, Partizipations- und Netzwerkarbeitskompetenzen …)

Sowohl die Geschäftsmodellinnovation als auch die Entwicklung hin zu einem Ökosystem gehen mit neuen Kompetenzanforderungen einher. Nicht nur das initiierende Unternehmen muss sich neu verorten, sondern auch die Mitgestalter*innen und die Partner. Dazu bedarf es systematischer Kommunikation und möglichst offener Aushandlungen bzgl. der Partizipationsmöglichkeiten im Initialunternehmen.

Welche nächsten Schritte stehen hinsichtlich des Kompetenzmanagements an?

Wesentliche Kompetenzen dazu für Mitarbeiter:innen und Führungskräfte gemeinsam mit der Akademie identifiziert und Anforderungsprofile entwickelt. Des Weiteren werden im Experimentierraum Tools zur Unterstützung des Kompetenzmanagements (weiter-)entwickelt (Partizipationsunterstützung und Vernetzungstool).